Kleiner Garten,
grosse Wirkung
Ort
Eschen (FL)
Ausgangslage
Die Parzelle liegt in einem kompakten Wohnumfeld und ist leicht geneigt. Das Wohnhaus steht mittig auf dem Grundstück, sodass sich der Garten umlaufend um das Gebäude entwickelt. Dadurch entstehen unterschiedlich ausgerichtete Gartenbereiche mit klar unterscheidbaren Lichtverhältnissen, die eine gezielte Zuordnung von Nutzung und Bepflanzung ermöglichen.
Der Garten bestand ursprünglich fast ausschliesslich aus einer offenen Rasenfläche ohne Bäume oder Sträucher und bot nur wenig Privatsphäre. Trotz der begrenzten Fläche sollte der Garten mehrere Nutzungen aufnehmen: einen geschützten Aufenthaltsbereich zum Essen und Beisammensein, einen sicheren Spielbereich für Kinder sowie Raum für den Anbau von Gemüse und optional Obst.
Weitere Rahmenbedingungen ergaben sich aus dem Wunsch nach einer offenen Gestaltung ohne klassische Hecken sowie aus der Vorgabe, Form und Material des bestehenden Vorplatzes in die neue Gestaltung zu integrieren. Ziel war es, dem Garten eine klare Struktur zu geben und die verschiedenen Nutzungen so zu ordnen, dass sie sich gegenseitig ergänzen, ohne den Raum zu überladen.
Kundenwünsche
Ein einladender Vorplatz
Ein sicherer Spielbereich für Kinder
Ein gemütlicher Rückzugsort zum Essen und Beisammensein
Mehr Privatsphäre
Gemüsebeete (optional Obst)
Konzept / Fokus
Der Fokus liegt darauf, die unterschiedlichen Nutzungen so anzuordnen, dass sie sich ergänzen und nicht konkurrieren. Das Konzept schafft klar erkennbare Bereiche, die harmonisch miteinander verbunden sind – so entsteht ein Garten, der sowohl zum Spielen als auch zum Entspannen und Beisammensein einlädt.
Gestalterische Lösung
Der bestehende Vorplatz wurde als Auftakt des Gartens weiterentwickelt und durch eine lockere Pflanzung aus Stauden, Gräsern und strukturgebenden Sträuchern räumlich gefasst. Die südöstliche Ausrichtung sorgt für angenehmes Morgenlicht und macht den Vorplatz zu einem einladenden Übergang zwischen Strasse und Garten. Zwei mehrstämmige Kupfer-Felsenbirnen setzen einen klaren Akzent und verleihen dem Bereich Präsenz. Die Pflanzung nimmt den befestigten Flächen ihre Härte, schafft Tiefe und sorgt auch im Winter für Struktur.
Der Übergang vom Vorplatz in den privaten Gartenbereich erfolgt über einen klar geführten Verbindungsweg aus grossformatigen, dunkelgrauen Betonplatten. Die reduzierte Materialwahl und das grosszügige Plattenformat unterstützen die ruhige Linienführung und lassen den schmalen Raum optisch weiter wirken.
Der zentrale Gartenbereich bleibt bewusst offen gehalten. Die Spielfläche wurde so angeordnet, dass sie vom Aufenthaltsbereich aus gut einsehbar ist und flexibel genutzt werden kann. Der nordöstlich gelegene Spielbereich ist im Sommer angenehm temperiert und dadurch besonders nutzbar.
Der Aufenthaltsbereich zum Essen und Beisammensein liegt direkt am hinteren Hauseingang. Die Nähe zum Haus ermöglicht kurze Wege zur Küche und eine selbstverständliche Nutzung im Alltag. Ein Holzdeck bildet die warme Basis und schafft eine klare, ruhige Fläche. Zur Nachbarseite hin sorgt eine Holzwand für Sichtschutz, die durch angrenzende Pflanzbeete bewusst aufgelockert wird. Kletterpflanzen und stachelarme Beeren bilden einen grünen Filter, langblühende Hortensien rahmen den Bereich weich ein. Die nordwestliche Ausrichtung macht diesen Bereich besonders in den Abendstunden zu einem geschützten Rückzugsort.
Als zusätzlicher Blickschutz wurde eine hochstämmige Zierapfel ‘Evereste’ gezielt positioniert. Sie bleibt kompakt, schirmt den Blick zum Nachbarhaus ab und setzt mit Blüte, Frucht und Herbstfärbung über das Jahr hinweg einen klaren Akzent.
In der westlichen Gartenecke ergänzt Spalierobst die Struktur, fasst den Raum und schafft einen leichten, grünen Sichtschutz zur Nachbarterrasse. Eine Unterpflanzung mit Kräutern ergänzt den Nutzwert und verankert den Bereich gestalterisch im Gesamtkonzept.
Die Gemüsebeete wurden an der westlichen Grundstücksseite in Hausnähe angeordnet und als Teil der Gesamtgestaltung verstanden. Ihre Positionierung hält die zentrale Rasenfläche frei und bewahrt die Offenheit des Gartens. Ein schmaler Kiesweg mit grossformatigen Betonplatten als Trittplatten verbindet diesen Bereich direkt mit dem Vorplatz. Die Materialien greifen den Belag des Vorplatzes auf und markieren den Weg, ohne die Fläche zu zerschneiden. Gleichzeitig ermöglicht die Lage kurze Wege für Geräte und Materialien aus Vorplatz oder Garage in den Nutzgarten.

